Vortrag von Evelyne Gebhardt

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Vortrag von Evelyne Gebhardt, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, zur Frage nach der Zukunft Europas

Am Abend des 05. Mai hatten die drei SPD-Ortsvereine Creglingen, Niederstetten und Weikersheim zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion mit Evelyne Gebhardt ins Geyer-Schloss nach Reinsbronn eingeladen.

Nachdem Ute Schindler-Neidlein einige einleitende Worte gesprochen hatte, führte Günter Breitenbacher vom Weikersheimer Ortsverein in das umfassende Thema Europa ein und ließ dabei auch kein Problem aus.

An verschiedenen Beispielen und Fakten zeigte Evelyne Gebhardt auf, warum es die Probleme gibt. Dabei sparte sie weder mit Kritik noch Selbstkritik. So habe sie damals gegen den Eintritt Polen gestimmt, heute sei sie froh, dass Polen zur EU gehöre. Nur so könne man noch Einfluss auf die Demokratie haben, die sonst wahrscheinlich längst wieder zu einer Diktatur geworden wäre.  Der 25. März 1957 markiere den Grundstein für ein im historischen und weltweiten Vergleich beispielloses Erfolgsprojekt. Die längste Friedensphase in der Geschichte des Kontinents, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, eine gemeinsame Währung und grenzenloses Reisen gehören für Evelyne Gebhardt zu den zentralen Errungenschaften des europäischen Einigungsprozesses.

In diesem Zusammenhang bemerkte ein Zuhörer, dass er (um die 50 Jahre alt) im vergangenen Jahrhundert rein rechnerisch schon zwei Weltkriege erlebt hätte.

Gegenwärtig befinde sich die Europäische Union in einer schwierigen Phase. Umso mehr seien gerade jetzt Mut und neuer Elan gefordert, ist Evelyne Gebhardt überzeugt. „Wir brauchen keine Zäune, sondern Brücken. Nicht weniger Europa, sondern mehr und besser.“ Darüber müsse eine breit angelegte Debatte mit den Bürgerinnen und Bürgern geführt werden. „Die Wahl in den Niederlanden zeigt, dass sich die Stimmung dreht und immer mehr Menschen verstehen, was sie an Europa haben.“ Dafür sprächen auch die seit einiger Zeit in vielen europäischen Städten regelmäßig stattfindenden Demonstrationen für ein vereintes Europa.

Der Rittersaal war zwar nicht ganz gefüllt, aber alle Zuhörer und Diskutanten waren sich einig, dass dieser Abend auf jeden Fall Stoff zum Nachdenken geliefert hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

>> zum Pressebericht Fränkische Nachrichten: http://www.fnweb.de/fraenkische-nachrichten_artikel,-creglingen-garant-fuer-friedliche-entwicklungen-_arid,1043554.html

Eine Antwort

  1. Anita Bone-Czerniejewski

    WOW! Da kommt die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments und Landesvorsitzende der Europa-Union Baden-Württemberg nach Creglingen und …nur wenige kommen. Sogar nach Mitgliedern des EU-Union Kreisverbandes Main-Tauber / Hohenlohe hielt ich vergeblich Ausschau (es kann höchstens 1 gewesen sein, den Rest kannte ich), der Kreisvorsitzende des Main-Tauber-Kreises ließ sich entschuldigen, bat jedoch darum, man möge für den Kreisverband werben. Lachen oder Heulen? Auch von Seiten der Stadt kein Grußwort – nichts. Auch wenn die „Oberen“ in anderen Dingen unterwegs sind, lässt es sich wohl organisieren, dass eine solche Veranstaltung gewürdigt wird, es gibt auch Vertreter, die dafür da sind. Und: So macht man den Bürgerinnen und Bürgern doch geradewegs vor, wie unwichtig Politik zu sein scheint. Ein Grußwort kann eigentlich nicht kurz genug sein, aber sich gar nicht blicken lassen zeugt von ganz schlechtem Stil.
    Anita Bone-Czerniejewski

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