Fremdenverkehrsbeitrag: kompliziert und unergiebig

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Es war einmal eine gute Idee: Die Betriebe in Creglingen, die unmittelbar vom Fremdenverkehr profitieren, sollten einen Fremdenverkehrsbeitrag entrichten, der in die Touristikarbeit der Stadt fließen sollte.

Nur leider: Funktioniert hat die Idee noch nie. Seit seiner Einführung leidet der Fremdenverkehrsbeitrag unter diversen Schwachstellen.

Besonders schwierig ist es zu ermitteln, wer überhaupt den Beitrag entrichten soll und in welcher Höhe. Immerhin lebt die Mehrzahl der Creglinger Betriebe nicht in erster Linie vom Tourismus, also zum Beispiel von der Zimmervermietung an Feriengäste. Den Anteil touristisch relevanter Einnahmen zu ermitteln, ist für viele Betriebe schier unmöglich. Landet das Schnitzel vom Creglinger Hof und der örtlichen Metzgerei auf dem Teller eines Creglinger Bürgers oder eines Gastes von außerhalb? Wie viele Zeitschriften, Brötchen, Liter Benzin und so weiter werden an Einheimische, wie viele an Touristen verkauft?

Die Stadträte Anita Bone-Czerniejewski und Tino Wagner von der SPD-Fraktion haben nun im Gemeinderat den Antrag gestellt, die Erhebung des Fremdenverkehrsbeitrags wegen des aufwändigen Verfahrens und der vergleichsweise geringen Einnahmen einzustellen. Stattdessen sollten Verwaltung und Gemeinderat ein anderes Verfahren entwickeln, mit dem die touristische Vermarktung Creglingens finanziell unterfüttert werden kann.

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