SPD-Neujahrsempfang im Schrozberger Schloss

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Ein früher Höhepunkt des politischen Jahres in der Region ist im Januar der Neujahrsempfang in Schrozberg, zu dem der Schrozberger SPD-Ortsverein und sein Vorsitzender Frank Weiß einlädt. Als Hauptrednerin kam diesmal die Europaabgeordnete der SPD Maria Noichl aus Rosenheim ins Schrozberger Schloss.

Auch die SPD-Landesvorsitzende Leni Breymaier und die EU-Abgeordnete Evelyne Gebhardt hatten den Weg nach Schrozberg gefunden. Neben mehreren Bürgermeistern aus der Region nahmen zudem zahlreiche KommunalpolitikerInnen und wie immer auch eine Delegation aus Creglingen mit der SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Ute Schindler-Neidlein teil. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Karl-Heinz Rehfeld aus Creglingen.

Maria Noichl kennt sich als Mitglied des Landwirtschaftsausschusses hervorragend mit allen Fragen der Landwirtschaftspolitik aus. In den europäischen Gremien mit ihren konservativen Mehrheiten erlebt sie nicht nur eine rückwärtsgerichtete Landwirtschaftspolitik, sondern auch viel Scheinheiligkeit: Von Unionspolitikern sei regelmäßig zu hören, dass sie die „Fluchtursachen bekämpfen“ wollen, damit weniger Flüchtlinge nach Europa kommen. Gleichzeitig subventionierten sie aber den Export von Milch und Hähnchenteilen aus Europa nach Afrika, der dort die regionalen Erzeuger ruiniert und die Flucht nach Europa noch befeuert.

„Es kann nicht sein, dass ein Manager fünfhundertmal mehr verdient als der Pförtner. Deshalb muss es einen Höchstlohn geben.“

Dass in der Landwirtschaft grundsätzlich etwas schiefläuft, belege auch die zunehmende Konzentration der Flächen in immer weniger Händen, so Noichl: „2,7 Prozent der Bauern gehören 50 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche Europas. Den Rumänen wird derzeit ihr Land unter dem Hintern weggekauft.“

Auch zum Thema Gerechtigkeit hat die Europaabgeordnete eine dezidierte Meinung: „Es kann nicht sein, dass ein Manager fünfhundertmal mehr verdient als der Pförtner. Deshalb muss es einen Höchstlohn geben.“ Dazu stehe leider im aktuellen Sondierungspapier nichts drin. Noichl sieht daher eine GroKo ablehnend: „Wir sind in den letzten vier Jahren über den Tisch gezogen worden. Ich kann dem Entwurf nicht zustimmen.“ Der intensive Applaus zeigte, dass viele im Saal ähnlich dachten.

Die Europaabgeordnete schloss ihren Vortrag mit den mahnenden Worten: „Europa kann nur funktionieren, wenn das Soziale wächst!“

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