Umwelt- und Klimaschutz im Hausgarten

Ehemaliger Schutthaufen im Sommer: eine Insektenweide

Dass sich das Klima ändert, merken wir alle. Viele machen sich Gedanken, wie sie im Kleinen zum Schutz der Umwelt und des Klimas beitragen können. Im Garten können wir schon einiges tun.

Gehölze für Vögel, Stein- und Totholzhaufen für andere Gartenbewohner

Wer statt exotischer Ziergehölze heimische Gehölze in den Garten holt, bietet Vögeln, die auf landwirtschaftlichen Flächen immer weniger Lebensraum und Nahrung finden, ein Zuhause. Während die Forsythie keinen einzigen Vogel anzieht, ernährt zum Beispiel der Schwarze Holunder mehr als 60 Vogelarten.

Wildsträucher blühen hübsch, und viele haben auch essbare Früchte. Vogelfreundliche heimische Sträucher und Kleinbäume sind zum Beispiel Schneeball, Berberitze, Weißdorn, Liguster, Pfaffenhütchen, Kornelkirsche, Eberesche oder eine der zahlreichen Wildrosen.

Wer genug Platz im Garten hat, kann Schnittgut oder Steine auch mal liegen lassen, um Igeln, Käfern und anderen Gartengästen Unterschlupf zu bieten.

Kiesgarten für Insekten

Wer einen Schutthaufen oder ein steiniges und trockenes Stückchen in der Sonne sein eigen nennt, hat es gut: bepflanzen, mit einer dünnen Kiesschicht abdecken, und fertig ist das Duft- und Blütenparadies, das Wildbienen, Hummeln und anderen Insekten Nahrung bietet. Viele Pflanzen lieben mageren, kalkhaltigen, trockenen und durchlässigen Boden und sind damit auch für den Klimawandel bestens gerüstet.

Die Vielfalt der Pflanzen, die sich in einem solchen Kiesbeet wohlfühlen, ist unerschöpflich: Thymian, Lavendel, Salbei, Ysop, Fetthenne, Heiligenkraut, Bergminze, Karthäusernelke, Teppichnachtkerze, Walzen- und Steppenwolfsmilch, Steinkraut, Federgras und vieles mehr.

Ein Kiesbeet braucht nicht viel Pflege, denn aus dem lockeren Untergrund lassen sich unerwünschte Besucher leicht herausziehen, Düngen ist überflüssig und Gießen nach dem Anwachsen nicht mehr nötig. Die meisten Pflanzen müssen nur einmal im Jahr zurückgeschnitten werden.

Jäten und Mulchen statt Gift, selbst gemachter Dünger und torffreie Erde

Viele von uns wünschen sich weniger Gift auf den Äckern. Im eigenen Garten können wir damit anfangen: Wer jätet und zum Beispiel mit Grasschnitt mulcht, kann auf Unkrautvernichter getrost verzichten. Statt Kunstdünger kann man eigenen Kompost und selbst angesetzte Brühen aus Brennnessel, Beinwell oder Schachtelhalm verwenden, auch für starkzehrendes Gemüse wie Tomaten oder Paprika. Auch Schafwolle ist ein guter Dünger, den es in Pelletform sogar zu kaufen gibt.

Torf entsteht in Mooren aus unvollständig zersetzten Pflanzen; er ist eine Vorstufe der Kohle. Moore bauen sich über Jahrtausende auf und binden besonders viel CO2. Beim Trockenlegen wird nicht nur ein wertvoller Lebensraum zerstört, sondern auch das gesamte gespeicherte CO2 frei.

Da es für den Garten mittlerweile für die meisten Anwendungen guten Torfersatz gibt, sollten wir dem Klima zuliebe auf torfhaltige Erde verzichten. Heute wird torffreie Gartenerde meist als „Bio-Erde“ verkauft.

Ein Problem haben wir allerdings mit Rhododendronerde, die einen sehr hohen Torfanteil hat: Nur ein Anbieter kann derzeit torffreie Erde liefern, und in der näheren Umgebung ist sie leider nicht zu bekommen. Man kann sie sich ins Haus schicken lassen, aber das ist auch nicht gerade klimafreundlich. Hilft nur: Immer wieder im heimischen Markt danach fragen, bis sie auch hier erhältlich ist.

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